Mißerfolge

Unter den genannten Bedingungen sind bei einigen Pflanzen Schäden aufgetreten über die im Einzelnen berichtet werden soll. Die genaue Beobachtung der Pflanzen, auch die Wahrnehmung der eigenen Fehler, trägt zur Verbesserung der Kulturbedingungen bei.

Ein auf winterharte Opuntia gepfropftes Exemplar von Sclerocactus polyancistrus zeigte im Spätwinter nach 3 Jahren Freilandkultur braun-rote Verfärbungen der Epidermis in der Umgebung der Areolen. Mit steigenden Temperaturen im Frühjahr entwickelte sich hieraus eine lokale Faulstelle, die mich veranlasste eine Notpfropfung zu versuchen. Beim Schneiden zeigte sich jedoch das Leitbündel vollständig infiziert, die Pflanze war verloren. Ursache dürfte wahrscheinlich die zu hohe Luftfeuchtigkeit bei unzureichender Luftbewegung gewesen sein, die zur Kondensation der Feuchtigkeit an den Areolen führte. Damit ist natürlich bei diesem sensiblen Taxon die Pilzinfektionen begünstigt. Benetzungen der Epidermis oder der Dornen mit Wasser sind grundsätzlich zu vermeiden.

Zwei auf Opuntia gepfropfte Toumeya papyracantha bzw. Sclerocactus parviflorus sind durch Faulen der Unterlage infiziert worden und eingegangen. Echinocereus hempelii zeigte ein deutlich verspäteten Wachstumsbeginn und einen insgesamt geringen Zuwachs im Jahr.

Ein Echinocereus fendleri aus der Umgebung von Carlsbad, NM kam zwar zur Blüte, entwickelte jedoch im Jahresverlauf ein an Lichtmangel erinnerndes Wachstum. Da ich zunächst Wurzelläuse vermutete wurde die Pflanze Ende August ausgetopft. Läuse oder andere Schädlinge fand ich nicht, auffallend war eine Rarefizierung der Wurzeln, die teilweise rötlich verfärbt waren – Kälteschaden?

Eines von zwei Exemplaren von Ecc. coccineus ssp. roemeri ließ sich erst im Juni/Juli aus der Winterruhe (Schrumpfung) herausführen und blühte nicht, ein anderes Exemplar war unauffällig. Die niedrigste Temperatur lag für die genannten Pflanzen bei -16°C. Daraus dürfte das zu schätzende tolerable Temperaturminimum für diese Taxa bei etwa -12°C liegen.

Echinocereus triglochidiatus DJF 1145 aus Alamogordo, Otero Co. in Neu Mexiko faulte im Frühjahr bei Kälteeinbruch nach der ersten Wassergabe am Wurzelhals und ging ein. Andere Nachzuchten von diesem Standort waren problemlos in der Kultur.

Erfahrungen anderer Liebhaber zeigten ein Absterben folgender Pflanzen bei Temperaturen von von -12°C :

 

  • Ec. adustus,
  • Ec. nichollii SB 223,
  • Ec. nivosus SB 223.38 (erst nach mehreren Wintern)
  • Ec. chisoensis 
  • Ec. scheerii v. gentryi

 

Die Liste der Mißerfolge wird ergänzt wenn neue Erkenntnisse zur Verfügung stehen.

 

__________________________________________________________________________

Sind Sie auf diese Seite gekommen und sehen den linken Rahmen nicht ?

dann klicken Sie hier